Building Information Modeling (BIM)

17.07.2018 | Lichtwissen

Gebäudeplanung, Bau, Bewirtschaftung: Alle dafür relevanten Daten können heute dank Building Information Modeling (BIM) zentral erfasst, visualisiert und in Beziehung zueinander gesetzt werden.

So funktioniert Building Information Modeling (BIM)

Gebäudeplanung, Bau, Bewirtschaftung: Alle dafür relevanten Daten können heute dank Building Information Modeling (BIM) zentral erfasst, visualisiert und in Beziehung zueinander gesetzt werden. Die softwaregestützte Methode geht dabei über die Basisdaten des Bauwerks hinaus. Sie verarbeitet auch verwendete Bauteile, Materialien und Einbaukomponenten – wie zum Beispiel Leuchten. Das erlaubt eine präzise Planung selbst von komplexen Projekten und macht BIM in vielen Ländern bereits zum Standard. In Deutschland wird der Einsatz von BIM bei öffentlichen Ausschreibungen ab 2020 verpflichtend. Grund genug, sich schon heute damit auseinanderzusetzen.

 

Fünfdimensionale Gebäudemodelle dank BIM

Building Information Modeling (BIM) ist die Planungs- und Verwaltungsmethode der Zukunft für die Realisierung von Gebäuden und Bauwerken. Sie bezieht sich auf die gesamte Lebensphase eines Bauwerks: von der Planung über die Kalkulation und das Facilitymanagement bis hin zum Abriss. Dabei planen Nutzer  nicht mehr nur einen Grundriss mit CAD, sondern konstruieren das dreidimensionale Gebäude digital bis ins Detail. In diesen hochinformativen Gebäudemodellen werden nicht nur alle Teile der Gebäudekonstruktion, sondern auch alle sonstigen Objekte (Leuchten, Türen, Steckdosen, Mobiliar etc.) mit ihren Eigenschaften erfasst und untereinander vernetzt. 

Der besondere Nutzen von BIM besteht in der ständigen Verfügbarkeit aller relevanten Informationen zum Status des Gebäudeprojekts. So können beispielsweise Stücklisten jederzeit ausgegeben werden, die sich bei Austausch oder Änderung von Komponenten  automatisch aktualisieren. Ebenso sind – neben der 3D-Darstellung des Gebäudemodells – der gegenwärtige Stand der Ist- und Plankosten sowie die aktualisierte Terminplanung jederzeit abrufbar. Dank dieser zeitlichen Komponente, also der Einbindung der vierten beziehungsweise fünften Dimension, spricht man auch von fünfdimensionalen Gebäudemodellen. 

Papierzeichnung von 1959
CAD-Plan von 2007
aktuell: BIM-Planung

 

Die Vorteile von BIM im Überblick

  1. 1. BIM ist dreidimensional und objektorientiert
    So können auch komplexe Projekte einfach und übersichtlich geplant werden. Da allen Objekten – ähnlich wie in DIALux, Relux oder anderen Konstruktionsprogrammen – Eigenschaften zugeordnet werden, „wissen“ die einzelnen Komponenten, was sie sind und woran sie befestigt sind. Durch die BIM-immanente Datenvernetzung werden Veränderungen an einzelnen Objekten im gesamten Projekt automatisch und in Echtzeit nachvollzogen, was entsprechenden manuellen Aufwand erspart.
 für alle beteiligten Gewerke in Echtzeit abruf- und bearbeitbar 

  

  1. 2. BIM ist bereichsübergreifend für alle Baugewerke
    Alle arbeiten am selben Modell und können jederzeit den aktuellen Ist-Zustand abrufen. Dank des verbesserten Datenabgleichs entfallen manuelle und zeitaufwändige Eingaben in die Projektdateien und damit häufige Fehlerquellen. Möglich macht das die zentrale Datenorganisation und -administration, die beispielsweise über einen BIM-Server geregelt ist. Entsprechende international standardisierte Schnittstellen wie IFC oder gbXML sind hierfür bereits verfügbar.
Zentralisiertes BIM-Gebäudemodell: für alle beteiligten Gewerke in Echtzeit abruf- und bearbeitbar.


  1. 3. BIM dokumentiert den gesamten Gebäudezyklus 
    BIM kommt übergreifend zur Anwendung: vom Entwurf des Gebäudes über den Betrieb bis zum Abriss. Informationen über Änderungen an Gebäudeelementen oder technischer Ausrüstung werden jederzeit aktuell gehalten und können auch in Bezug auf abnutzungsrelevante Komponenten in Echtzeit ausgegeben werden. Selbst im Hinblick auf einen bevorstehenden Gebäudeabriss sind wichtige Daten über zu erwartende Abfallmengen, deren Zusammensetzung und die damit verbundenen Entsorgungslasten unmittelbar verfügbar.
Lebenszyklusübergreifende Wirkung von BIM


  1. 4. BIM spart Kosten durch effiziente Planung und Dokumentation
    Je oberflächlicher und schneller die Planungsphase ist, umso mehr Änderungen werden im weiteren Projektverlauf erforderlich. Und je später solche Änderungen anfallen, umso mehr Zeit und Geld kosten sie. Mit anderen Worten: Eine genaue und umsichtige Planung mit BIM wirkt sich kostensparend auf das Gesamtprojekt aus.
Prinzipielle Gesamtkostenersparnis durch intensivere Planungsphase mit BIM

 

Leuchtendaten von TRILUX im BIM-Format

Für die effektive Verwendung von BIM werden Produktdaten der Hersteller benötigt. TRILUX stellt deshalb umfassende Produktdokumentationen bereit, um den Einsatz von BIM bei der Planung von Bauwerken aktiv voranzutreiben. Dazu gehören ausführliche BIM-Datensätze für das gesamte Online-Leuchten-Portfolio, die Nutzer im weit verbreiteten Revit-Format, der BIM-Anwendung von Autodesk, herunterladen können. Diese Datensätze besitzen rund 35 Produkteigenschaften und LVKs je Leuchte – inklusive aller beweglichen, justierbaren Modelle wie Stromschienen-Strahler. Entsprechende Leuchten können in der BIM-Visualisierung dynamisch geometrisch verändert werden.

Zudem engagiert sich TRILUX bei der Erarbeitung von allgemeingültigen Standards und Normen für eine nutzerfreundliche Bedienung der digitalen Methode und die Vereinfachung der Schnittstellen zu anderen Gewerken. Nicht nur deshalb ist TRILUX ein kompetenter Ansprechpartner in Sachen BIM: sowohl für Einsteiger in die Gebäudeplanung mit BIM als auch für Kunden, die Expertise bei der Lichtplanung für ihr Projekt benötigen.

Darstellung lichttechnischer Eigenschaften in Revit
Beipsiel für eine Anwendung von BIM-Leuchtenmodellen in einer Revit-Visualisierung

 

Ausblick

BIM ist die Planungsmethode der Zukunft, bei der alle beteiligten Instanzen gleichzeitig und in Echtzeit ein digitales Gebäudemodell bearbeiten, das zentral administriert und organisiert ist. Gesetzlich verpflichtend wird die Nutzung für öffentliche Ausschreibungen in Deutschland ab dem Jahr 2020. Schon heute existieren standardisierte Schnittstellenformate, die  von Softwareherstellern für Beleuchtungsplanung wie DIALux oder Relux bedient werden. Umso wichtiger ist es insbesondere für planende Instanzen, diese Entwicklungen verstehen, bewerten und möglicherweise auch bedienen zu können.

Grundlagenwissen und Kenntnisse hierfür gibt es in die TRILUX Akademie: Kostenlose Webinare vermitteln das erforderliche Know-how und schaffen damit wichtige Voraussetzungen für fachgerechte und dennoch zeitsparenden Beleuchtungsplanung. Eine Übersicht über entsprechende Veranstaltungen finden Sie hier

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