Typenschild richtig verstehen

30.10.2017 | Connaissances sur l'éclairage

Die Eigenschaften einer Leuchte werden durch spezielle Kennzeichen dokumentiert. Ein maßgeblicher Bestandteil der Leuchtenkennzeichnung ist das Typenschild. Es enthält Daten, mit denen eine Leuchte technisch beschrieben und klassifiziert wird und dient darüber hinaus zur eindeutigen Identifikation. Für einen technisch sicheren Betrieb der Leuchte ist es daher entscheidend, diese Informationen richtig lesen und verstehen zu können.

Bedeutung des Typenschildes und praktische Anwendung

Eine Leuchtenkennzeichnung wie das Typenschild bietet dem Fachmann eine Beschreibung der wichtigsten technischen Parameter, relevante Hinweise zum bestimmungsgemäßen Gebrauch sowie zur fachgerechten Installation einer Leuchte. Fachkundige Anwender können darüber hinaus dank der aufgedruckten Informationen prüfen, ob die Leuchte für den Einsatz in der vorgesehenen Umgebung geeignet ist und sie mit den geforderten technischen Merkmalen übereinstimmt. Natürlich ist das nur dann möglich, wenn der verantwortliche Installateur in der Lage ist, das Typenschild richtig zu lesen und dessen Aussagen richtig zu interpretieren.

Entstehung und juristische Relevanz

Die Pflicht zur Leuchtenkennzeichnung  geht auf gesetzliche und normative Bedingungen zurück. Das Produktsicherheitsgesetz fordert seit 2011 die Verwendung von Typenschildern und legt das in der Produktnorm DIN EN 60598 fest. Darüber hinaus stellen auch EU-Richtlinien und -Verordnungen wie die Ökodesign-Richtlinie (ERP) 2009/125/EG mit den Verordnungen 244, 245 und 1194/2009 und die Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE-Richtlinie) 2012/19/EU Anforderungen an die Kennzeichnung von Leuchten.  

Darin ist unter anderem festgelegt, dass die Aufschriften gut lesbar, dauerhaft an der Leuchte angebracht und bei Installation deutlich erkennbar sein müssen. Die wichtigsten Angaben müssen auch bei der Wartung sichtbar sein. Für den Betrieb im Rahmen dieser Angaben übernimmt der Hersteller die Produkthaftung. Für einen Betrieb außerhalb der dokumentierten Bedingungen verlieren alle Approbationszeichen ihre Gültigkeit und die Produkthaftung erlischt.

 

Überblick

Die Kennzeichen auf einem Typenschild für Leuchten

  • Normativ geforderte Angaben:
    - Ursprungszeichen (Handelsmarke, Herstellerkennzeichen oder Händlername)
    - Typenbezeichnung
    - Elektrische Angaben (u. a. Bemessungsspannung und Bemessungsleistung)
    - maximale Umgebungstemperatur
    - Schutzklasse und Schutzart
    - falls zutreffend: Ballwurfsicherheit
    - falls zutreffend: D-Zeichen für erhöhten Brandschutz durch begrenzte Oberflächentemperaturen
  • Herstellerspezifische Angaben:
    - Teilekenn-Nr., TOC Nr., Herstellungsland, Fertigungszeitraum, Lfd. Nr., Fertigungsstätte
  • Prüfzeichen von Drittstellen
    - (optional und nur erlaubt, sofern gültige Prüfzeugnisse vorliegen)
  • Gesetzlich geforderte Kennzeichen:
    - z. B. zur Konformitätserklärung mit  einschlägigen EU-Richtlinien
    - z. B. zur Entsorgung: nicht mit dem Hausmüll, sondern in Sammelstellen für Altgeräte

 

Sicherheitsbezogene Angaben

Von der Bemessungsspannung bis zur Umgebungstemperatur

Bemessungsspannung

Diese Hinweise beziehen sich auf den elektrischen Betrieb der Leuchte. Sie beschreiben die Bemessungsspannung, die Netzfrequenz und die Bemessungsleistung. Die Bemessungsspannung darf in dem betrachteten Beispiel zwischen 230 und 240 V liegen, was bei der in Europa üblichen Netzspannung von 230 V  kein Problem darstellt. Die Netzfrequenz darf zwischen 50 und 60 Hz liegen und die Bemessungs-Eingangsleistung beträgt 181 W. Sie bezieht sich auf 100% Lichtstrom und darf maximal 10% nach unten abweichen.


Maximal zulässigen Umgebungstemperatur

Besonders wichtig ist die Angabe zur maximal zulässigen Umgebungstemperatur, da sie maßgeblichen Einfluss auf den sicheren Betrieb einer Leuchte hat. Wird eine Leuchte bei einer zu hohen Umgebungstemperatur eingesetzt, kann das zu Funktionsstörungen und erhöhter Brandgefahr führen.

ta (a = ambient) bezeichnet die maximal zulässige Umgebungstemperatur, bei der die Leuchte sicherheitstechnisch noch einwandfrei betrieben werden kann. Sie darf dauerhaft nicht überschritten werden, wenn Funktion und Haltbarkeit der Leuchte, bzw. der innenliegenden elektrischen Komponenten, nachhaltig gewährleistet werden sollen. Insbesondere bei den heute üblichen, modernen LED-Leuchten ist das unabdingbar.

Die maximale Umgebungstemperatur ist immer dann explizit angegeben, wenn sie von 25 °C abweicht. Fehlt die Angabe, sollte die Umgebungstemperatur 25 °C nicht überschreiten.


Das D-Zeichen

Das D-Zeichen ist wichtig für den Brandschutz und betrifft Leuchten, die in feuergefährdeten Umgebungen eingesetzt werden sollen. Die Oberfläche einer solchen Leuchte darf bei bestimmungsmäßigem Betrieb an keiner Stelle eine höhere Temperatur als 90 °C aufweisen, um das Entzünden von beispielsweise Staub- oder Faserstoffen zu vermeiden. 


Produktbezeichnungen und Approbationszeichen   

Diese Zeichen dienen unter anderem der eindeutigen Identifikation des Produktes und beinhalten die Artikel- und Bestellnummer der Leuchte. Darüber hinaus sind auch Approbationszeichen von neutralen Prüfstellen auf dem Typenschild zu finden, welche die Richtigkeit der technischen Angaben bestätigen. Darunter fallen beispielsweise ENEC- oder ENEC+-Zeichen.

 

Fazit

Das Typenschild dokumentiert die technischen Produktmerkmale, die wichtigsten Umgebungsparameter für den Betrieb und durch Approbationszeichen auch den Stand der Technik. Diese Informationen richtig lesen und verstehen zu können ist entscheidend für den ordnungsgemäßen Einsatz einer Leuchte. Darüber hinaus können Anwender damit Beanstandungen  und Sicherheitsrisiken vermeiden.

Dabei hilft die TRILUX Akademie

Alle weiteren Informationen rund um das Thema Typenschilder erfahren Sie in dem kostenlosen Webinar „Typenschilder richtig lesen“.

Jetzt anmelden

Kontakt

Sie haben Fragen oder Anregungen zum Thema?